Deborah Levy gehört zu den renommiertesten zeitgenössischen Schriftstellerinnen. Anja wird im Literaturhaus Zürich mit ihr ein Gespräch führen. Eine unglaubliche Möglichkeit, auf die wir uns riesig freuen. Nicht verpassen!
Deborah Levy wurde 1959 in Johannesburg geboren, als Tochter eines Historikers, der Mitglied im African National Congress war. Wegen seines Widerstands gegen das Apartheid-Regime wurde ihr Vater mehrere Jahre inhaftiert; 1968 emigrierte die Familie nach Großbritannien, wo Levy aufwuchs. Diese Erfahrung von Exil, Bruch und Neuanfang zieht sich – oft indirekt, nie plakativ – durch ihr gesamtes Werk.
Levy begann als Dramatikerin, unter anderem für die Royal Shakespeare Company, bevor sie sich der Prosa zuwandte. International bekannt wurde sie mit den Romanen Heim schwimmen und Heiße Milch, beide für den Booker Prize nominiert. Ihren Ruf als eine der eigenwilligsten Stimmen der Gegenwartsliteratur festigte sie mit ihrer Living Autobiography-Trilogie (Was ich nicht wissen will, Was das Leben kostet, Ein eigenes Haus), für die sie 2020 mit dem Prix Fémina Étranger ausgezeichnet wurde.
In ihrem neuesten Buch, Mein Jahr in Paris mit Gertrude Stein (2026), nähert sich Levy der amerikanischen Avantgarde-Autorin Gertrude Stein an – nicht biografisch, sondern über eine namenlose Erzählerin, die in Paris ein neues Leben beginnt und sich dabei an Steins Leben, ihrer Sprache und ihrem Mut zur Selbsterfindung abarbeitet. Ein für Levy typisches Buch, das die Grenzen zwischen Essay, Roman und Hommage verwischt.
Was Levys Schreiben auszeichnet, ist die Verbindung von scharfer intellektueller Beobachtung mit einer lakonischen, oft überraschend komischen Sprache. Sie schreibt über Mutterschaft, Begehren, Verlust und weibliche Selbstermächtigung, ohne je ins Sentimentale abzugleiten – immer mit einem wachen Blick für Machtverhältnisse.
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